Jahresbericht 2010
Ich beginne mit unserem wichtigsten Standbein, dem Wochenend-Entlastungsdienst im Schulheim Chur. Hier gab es im Berichtsjahr eine grössere Veränderung, weil sich die Hauptleiterin und –verantwortliche Claudia Hertner entschieden hat, Ende 2010 von dieser Funktion zurückzutreten. Claudia Hertner war seit den Anfängen vor 14 Jahren beim Entlastungsdienst dabei, in seit dem Rücktritt von Lisbeth Gansner als Leiterin verantwortlich gewesen und hat sich sehr aktiv eingebracht; sie hat uns Vorstandsmitglieder im Sommer über ihre Absichten informiert, so dass wir uns im Herbst auf die Suche nach eine Lösung machten. Es zeigte sich bald, dass der WED für das weitere Bestehen etwas umorganisiert werden musste – es konnte einfach nicht mehr so viel Last auf nur einem Paar Schultern lasten wie bei Claudia Hertner. Das war glücklicherweise auch möglich. Mit den bisherigen Leiterinnen Myrtha Joos, Barbara Melcher und der neu zum Team gestossenen Suanne Jeker konnte eine sehr gute neue Lösung gefunden werden, die sich in den letzten Monaten eingespielt hat.
Im letzten Jahr haben wir in unserem Entlastungsdienst an gleich vielen Wochenenden wie im Vorjahr, nämlich zehn, 61 Kinder betreut (Vorjahr 71, im 2008 waren es 68); insgesamt waren 19 Betreuerinnen im Einsatz . Dazu kam eine ausgebuchte Ferienwoche im Sommer, mit 9 Kindern, für die 10 Betreuerinnen sorgten. Wir haben jetzt erste längere Erfahrungen mit der „Konkurrenz“ der Entlastungswochenenden, die seit 2009 vom Schulheim selbst an vielen Wochenenden im Jahr angeboten werden. Die Zahlen sind bei uns zwar nicht gerade dramatisch eingebrochen, aber wir müssen uns nichts vormachen: ausgebuchte Wochenenden wie früher gibt es heute nicht mehr, es geht oft auch darum, noch genug Kinder für die Wochenenden zusammenzubekommen, um sie überhaupt durchführen zu können. Wir sind gespannt und auch etwas unsicher, wie sich dieser Bedarf weiter entwickelt.
Anders sieht das eigentlich im Sommer mit unserer Ferienwoche aus, die Nachfrage dort ist gross. Aber dieses Angebot ist für die Betreuerinnen eine sehr grosse Herausforderung, gerade im letzten Sommer war es nicht einfach, die Verantwortung für die Leitung ist gross. Auch hier ist das Angebot aber grösser geworden, nicht nur im Schulheim selbst, sondern auch bei anderen Organisationen. Im Vorstand sind wir der Meinung, dass die Veränderungen im Leitungsteam sich zunächst an den Wochenenden bewähren müssen. Für 2011 ist deshalb keine Sommerwoche vorgesehen – allenfalls kann das in späteren Jahren wieder ins Auge gefasst werden.
Gut läufts beim Bündner Entlastungsdienst, den wir zusammen mit insieme betreiben – wir mussten uns im Vorstand nach dem Rücktritt von Maya Niggli auch erst neu organisieren, Christian Bundi und Irene Bärtsch sind dort im gemeinsamen Gremium.
Auch letztes Jahr konnten wir wieder unser Frühlingsfest im Plankis mit dem ausgezeichneten Brunch von Sandra Just und Gabi John durchführen, etwa 40 Erwachsene und Kinder haben es sich dort gut gehen lassen. Speziell war Ende September unser Herbstfest, für das wir nach Grüsch zu Maja und Benno Niggli; mit dem Apéro zwischen den Tieren im Stall und anschliessend dem Essen im Schützenhaus, in das wir glücklicherweise wegen des ungemütlichen Wetters kurzfristig umziehen konnten. Über die Aktivitäten der Elterngruppen, die ja auch vermehrt zusammen etwas organisieren, hören wir gleich noch mehr.
Ich habe zusammen mit Christian Bundi an der Präsidententagung und an der Delegiertenversammlung von Cerebral Schweiz teilgenommen; bei unserer Dachorganisation ist immer noch vieles in Bewegung, so langsam klären sich die Dinge. Wir haben dank einer Umorganisation in Solothurn wie andere kleinere Regionalgruppen mehr Geld zur Verfügung und haben damit auch noch mehr Freiheiten. Ich habe mich bemüht und bemühe mich weiter, für den neuen Öffentlichkeitsauftritt und die neue Homepage von Cerebral Schweiz meinen Teil beizutragen, aber Solothurn ist halt schon weit weg für eine Sitzung. Wir sind ausserdem über die Bündner Behindertenkonferenz mit anderen Organisationen hier im Kanton vernetzt, in der Arbeitsgruppe Sozialpolitik habe ich dort an Vernehmlassungen mitgearbeitet. Ich gehöre neuerdings auch zum Geschäftsausschuss der Bündner Behindertenkonferenz.
Was uns im Vorstand zu denken gibt und wo wir nicht recht weiter wissen, das ist die Stagnation, wenn nicht Abwärtstrend in den Elterngruppen und die sehr zurückhaltende Aktivität der meisten unserer Mitglieder. Wir sind nicht die einzige Organisation mit solchen Problemen, die Gründe sind mannigfaltig und ich mag hier auch nicht das grosse Klagelied anstimmen. Wenn wir aber weiter bestehen wollen und wenn die Vereinigung auch Sinn machen soll, dann brauchen wir schon einige aktive Mitglieder mehr, und auch solche, die sich im Vorstand einbringen wollen. Es wäre schön, wenn wir in unserem Jubiläumsjahr 2012 etwas auf die Beine stellen könnten, was der Vereinigung einen Ruck gibt – und es wäre schön, wenn dabei auch einige neue Gesichter mitziehen könnten.
Mit bleibt der Dank zunächst mal an meine Kolleginnen und Kollegen im Vorstand, die in ihren Funktionen alle ihren Teil beigetragen haben. Ein grosses Dankeschön geht hier auch nochmals an Claudia Hertner – nochmals, weil wir sie am verspäteten Weihnachtsessen des Vorstands im Januar bereits verabschiedet haben. Ausserdem bedanke ich mich beim Schulheim, das die Räume für den WED zur Verfügung stellt. Und schliesslich Dankeschön sage ich unserer Geschäftsführerin Silvia Senti, sie macht ihrem Job ausgezeichnet, hat die Fäden in der Hand und kümmert sich um alles Mögliche – das ist für uns im Vorstand natürlich sehr angenehm.
Grüsch, 11. Mai 2011 G. Fromm
Präsident Cerebral Graubünden